Kreativ sein oder warum Selbermachen glücklich macht

An manchen dieser Tage habe ich das Gefühl, dass der Winter ewig dauert. Seit Tagen nur tristes Grauselwetter ohne einen einzigen Sonnenstrahl, der Schnee ist längst geschmolzen und in den Parks braucht man eher Boote für die vielen Pfützen, die sich nach der Schneeschmelze gebildet haben. Viele Menschen um mich herum jammern und wünschen sich den Sommer herbei und ich muss gestehen, dass ich auch hin und wieder miteinstimme ins Jammern – vor allem an Tagen, an denen wir in unserer sehr hellen Wohnung ganztags das Licht an geschalten haben müssen.

Aber trotzdem – ja trotzdem liebe ich diese tristen und grauen Tage irgendwie. Es sind für mich Tage, an denen ich meiner Kreativität mehr Raum geben kann. Kreativität in Form von verschiedenen DIY-Projekten.

Selbermachen wirkt bei mir meditativ. Während die Hände arbeiten, kommt der Kopf zur Ruhe. Ich bin ganz im Moment, probiere aus, mache Fehler und finde neue Lösungen. Ich nutze diese Zeit, um abzuschalten und neue Energie zu tanken. Oft verbinde ich die Tätigkeit auch mit dem Hören von Musik, eines Podcasts oder eines Hörbuchs.

Dabei ist mir sehr wichtig – nichts muss perfekt sein. Kleine Unregelmäßigkeiten machen ein Projekt erst lebendig. Sie zeigen, dass etwas mit Liebe gemacht wurde. Kreativität lebt vom Ausprobieren, vom Mut zum Unperfekten und von der Freude am Prozess.

Kreativ sein heißt für mich nicht, ein außergewöhnliches Talent zu haben. Oft reichen schon ein paar einfache Materialien und die Lust, etwas Neues auszuprobieren und sich herauszufordern. Ob Kerzen gießen, Möbel upcyclen, Makramee knüpfen, häkeln oder stricken – wichtig ist, dass Mensch sich traut anzufangen. Denn – selbstgemachte Stücke erzählen Geschichten und tragen eine ganz eigene Handschrift.

Ich habe in den letzten Monaten etliche Kommoden und Türen und Türstöcke neu gestrichen, ein paar Pullover, unzählige Socken aber auch Handschuhe und Beinstulpen gestrickt. Eine neue Liebe habe ich gefunden im Amigurumi Figuren häkeln. Ich habe Sauerteigbrot gebacken, Essig selbst hergestellt und fast immer steht ein Kombucha zum Fermentieren irgendwo herum. Dabei ist es mir passiert, dass ein Pullover zu klein für mich geraten ist, aber der Schwester perfekt passt. Sie freut sich sehr darüber. Oder, dass so manches Sauerteigbrot eher ein recht unansehnlicher Fladen wird, aber trotzdem gut schmeckt. Und das Amigurumi häkeln war eine wahre Herausforderung, weil ich es mir nicht zugetraut habe, so etwas Zartes herzustellen. Bin ich doch eher die die gerne mit dicker Wolle und Nadelstärke 5 arbeitet.

Also – leg los! Gib dir Zeit für deine eigene Kreativität , fordere dich heraus – DIY schenkt Zufriedenheit, Stolz und (meistens 🙂 schöne Ergebnisse. Kreativität steckt in jeder von uns – wir müssen ihr nur Raum geben.

Hier noch ein paar Bilder meiner Projekte:

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