Heute machen Doris und ich uns auf den Weg. Wir brechen aus Šid auf Richtung Montenegro. Unser heutiges Ziel ist der Berg Zlatar bei Nova Varoš, wo wir übernachten werden, bevor es morgen weiter geht zu unserem eigentlichen Ziel – Kotor.
Von Šid aus fahren wir die A1 Richtung Belgrad, dort fahren wir auf die A2 „Miloš Veliki“ bis Čačak, wo die Autobahn abrupt endet. Dann geht es weiter über hohe Berge, schmale Bergstraßen neben Flüssen und durch tiefe Täler. Wir sind beeindruckt von der schönen Natur um uns herum, wobei Doris als Fahrerin das nicht ganz so genießen kann. Sie flucht über rücksichtslose Raser*innen, die es so eilig haben, dass sie einen direkt vor einer Kurve überholen müssen und Motorräder, die vorbei preschen, als wären sie allein auf der Straße. Kurz vor unserem Ziel Nova Varoš kommen wir durch Zlatibor, den bekannten Skisportort von Serbien. Hier reiht sich Hotel an Hotel und überall wird gebaut. Auf uns wirkt er wenig einladend und so sind wir froh, dass wir einen etwas weniger touristischen Ort für unseren Zwischenstopp ausgesucht haben.
In der Unterkunft angekommen, sammeln wir uns nur kurz, bevor es ein kleines Stück zurückgeht nach Kokin Brod. Dort fahren wir zum Ethno-Dorf Vraneša und wandern dann zu Fuß weiter zu mehreren Aussichtspunkten auf die Schlucht, durch die sich der Fluss Radoinjsko jezero schlängelt. Sehr beeindruckend.



Nach einem schnellen Abendessen drehen wir auch noch eine Runde in unserem Ort Brdo, wo es ebenfalls Aussichtspunkte und Waldwege gibt.

Tag 2 leitet uns auf einen Berg, wo sich oben auf der Bergalm, mitten irgendwo im nirgendwo, ein Grenzübergang nach Montenegro befindet. Berge, Wiesen und Wälder sind heute das Thema.
Auf unserer Fahrt durch Montenegro sehen wir im Grunde kaum etwas anderes. Wir kommen auch durch den Nationalpark Durmitor, durch dessen Schluchten sich der Fluss Tara zieht. Hier bleiben wir stehen, um die Brücke zu fotografieren, auf der wir dann die Schlucht überqueren. Der weitere Weg durch den Nationalpark, aber auch danach leitet uns bis Kotor auf engen Bergstraßen. Ich kann mal wieder die Aussicht und die Natur genießen, aber Doris ist die Leidtragende. Diese Fahrt ist für sie besonders anstrengend, da sie nicht nur die Straßen, sondern auch der rücksichtslose Fahrstil vieler Balkaner fertigmacht.



Viele der Bergstraßen sind alt, schmal und in schlechtem Zustand, aber es gibt immer wieder Abschnitte, die neu und gut ausgebaut sind. An einem neuen längeren Straßenabschnitt bei Nikšić wird noch gearbeitet und wir müssen eine ganze Weile auf einer holprigen Schotterpiste fahren. Der schlimmste, aber auch sehr sehr schöne Abschnitt ist die Straße hinunter in die Bucht von Kotor. Eng und kurvig und hier werden die Langsamen rücksichtslos auch vor Kurven überholt. Der Weg in unsere Unterkunft in Muo führt uns die ganze Bucht entlang. Muo liegt genau gegenüber der Altstadt von Kotor. Wir bekommen einen ersten Eindruck und sind von der Schönheit dieses einzigarten Ortes hellauf begeistert.
Wir wohnen eine Straße oberhalb der Jadranska magistrala in Muo, die Hauptstraße, die um die ganze Halbinsel führt. Zum Glück, denn die Jadranska magistrala ist, obwohl sie schmal ist und durch enge Orte führt viel befahren. Von Autos, Bussen, Lastwagen, Radfahrenden. Ist man zu Fuß unterwegs, muss man sich immer eng an die Seite drücken oder an der Meerseite ins Meer hüpfen, haha. Nein, Spaß beiseite – ist man hier nur auf Urlaub, ist es eine Herausforderung unterwegs zu sein, zu Fuß ebenso wie mit dem Auto. Wir kommen schon am nächsten Tag zu dem Vergnügen mit einem Anwohner mitzufahren und fürchten uns ziemlich die paar Kilometer, die er uns mitnimmt.
Von unserer Unterkunft aus haben wir einen traumhaften Blick hinüber nach Kotor, das besonders abends sehr malerisch vor uns liegt. Einzig die ständig hinein und hinaus fahrenden Kreuzfahrtschiffe sind ein Störfaktor.

Abends fahren wir dann nach Tivat zum Flughafen, der nur etwa 15 km entfernt liegt und holen Meggie ab, die aus Berlin sehr viel bequemer anreist als wir mit dem Auto. Fröhlich verbringen wir den Abend zusammen mit einem Spaziergang durchs abendliche Kotor. Später planen wir für den nächsten Tag eine erste Wanderung, die dann ganz anders endet als geplant. Aber das wird jetzt noch nicht verraten 🙂

