Seifen seifen

Viele Jahre war ich eine passionierte Seifensiederin. Ich habe Seifen für meine Familie und den Freundes- und Bekanntenkreis gemacht. Sogar auf Märkten habe ich meine Seifen verkauft. Meine Seifen waren wunderschön, pflegend und bei vielen beliebt. Irgendwann ist mir die Liebe zum Seifen sieden abhandengekommen und eine Seife nach der anderen ist mir misslungen. Ich habe nur noch selten meine Utensilien ausgepackt und eine neue Seife geseift. Naturseifen halten sehr lange und irgendwann letztes Jahr habe ich das letzte Stück verwendet – es hat schon ein bisschen ranzig gerochen, aber es war noch ok. Ich habe dann angefangen, Naturseifen zu kaufen, war aber nie so zufrieden wie mit meinen eigenen Seifen.

Heuer im Frühjahr hat mich eine Freundin gefragt, ob ich nicht für sie und ihre Schwiegertochter einen Seifenworkshop machen könnte. Es soll ein Geschenk für die Schwiegertochter sein. Ich habe nicht lange gezögert, sondern sofort zugesagt. Beim Workshop habe ich dann mein Liebe zu dieser kreativen Arbeit wieder gefunden. Die beiden Haarseifen im Workshop sind toll geworden und Freundin und Schwiegertochter waren zufrieden und glücklich.

Jetzt habe ich tatsächlich nach so vielen Jahren endlich wieder eine Seife selbst gemacht. Für den Anfang wollte ich eine ganz einfache, schlichte Seife ohne schnick Schnack. Und nur einen kleinen Block – also eine kleine Menge.

Die Zutaten sind schnell eingekauft. Man braucht feste und flüssige Fette bzw. Öle, destilliertes Wasser und Ätznatron (aus der Apotheke). Etwas Seifenparfum und Farbe, wenn gewünscht.

Meine „Werkzeuge“ stehen noch im Regal. Ein Emailtopf, Stabmixer, Gefäß für das Anrühren der Lauge, Schutzbrille und diverse Becher und Kochlöffel. Ganz wichtig – Einmalhandschuhe!!!

Vorsicht!!!! Die Seifenherstellung ist keine ungefährliche Sache, da mit Ätznatron gearbeitet wird. Bitte nicht einfach nachmachen!!

Ich habe, bevor ich mich das erste Mal traute, eine Seife zu machen, ungefähr ein halbes Jahr alles über die Seifenherstellung gelesen, das ich finden konnte und mir das beste Buch gekauft. Claudia Kaspar, Naturseife – das reine Vergnügen.

Wenn ich mich nicht an ein vorgegebenes Rezept halte, wiege ich einfach die Fette ab und lasse mir dann mit dem Seifenrechner die Flüssigkeitsmenge und die Menge des Ätznatrons berechnen.

Die heutige Seife besteht ganz schlicht aus Kokosöl, Pflanzenmargarine und Rapsöl, dazu die Lauge (Ätznatron und Wasser). Ich schreibe hier absichtlich keine genaue Anleitung – wer Interesse an der Seifenherstellung hat, soll sich bitte ein gutes Buch dazu kaufen oder sich im www informieren. Oder mir eine Nachricht schreiben. Ich gebe mein Wissen gerne weiter.

Ich will nur mit den einzelnen Schritten zeigen, dass Seifen sieden im Grunde sehr einfach ist – wenn man alle Schutzvorkehrungen trifft – und ein wunderschönes Hobby.

Farbe und Duft – hier Frangipani – kommen ganz am Ende dazu. Nun kann die Masse in die vorbereitete Form gegossen werden,

und wird „schlafen gelegt“. Der Verseifungsprozess setzt sich jetzt in Gang, die Masse wird in der Form noch einmal ordentlich heiß und durchläuft die „Gelphase“. Danach härtet sie aus und nach ca. 24h kann sie aus der Form genommen werden und in schöne Stücke geschnitten.

Übrigens: das für die Seifenherstellung verwendete Geschirr, inklusive Stabmixer, verwende ich ausschließlich zum Seifen machen.

Sodala – ein Tag später. Die Seife ist fertig und wird jetzt geschnitten und noch ein bisschen aufgepeppt.

Die Kanten werden mit einem Sparschäler abgerundet. Der „Abfall“ wird aufgehoben und kann mit anderen Seifenresten wieder verwendet werden. Ich tu sie z.B. gerne in eine frische Seife, sodass die Seife dann nach dem härten und schneiden bunte Punkte hat.

Die Stempel habe ich vor Jahren selbst gemacht. Ich habe für diese Frangipani-Seife ein schlichtes Blatt und einen Fisch zum Stempeln verwendet.

Jetzt kommen die guten Stücke aber erst mal in eine Schachtel zum Durchtrocknen und Reifen. In zwei bis drei Wochen können sie dann verwendet werden.

Ein tolles Hobby 🙂

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