Legoland Günzburg

Ich habe mitten im August mit meinem achtjährigen Enkel zwei Tage im Legoland in Günzburg verbracht. Nachdem die große Schwester auf ein Musikcamp fahren durfte, war er sehr traurig und als ich ihn fragte, ob er etwas mit mir unternehmen will, meinte er, ja, er würde gerne ins Legoland fahren. Als großer Lego Fan baut er die schwierigsten Legobausätze selbständig zusammen und möchte, wenn er groß ist, Legobausatzerfinder werden. Also habe ich ihm diesen Wunsch erfüllt, obwohl ich ja solche Themenparks nicht wirklich mag. Aber was macht frau nicht alles für die lieben Enkelkinder.

Von Wien aus ist das Legoland gut mit der Westbahn zu erreichen, aber mit einer Fahrzeit von knappen 5 1/2 Stunden auch nicht grade um die Ecke. Vom Bahnhof in Günzburg gibt es einen Shuttlebus, der aber grade um die Zeit in der die Westbahn hält, nur stündlich fährt. Wir mussten also bei brütender Hitze 45 Minuten warten, oder ein überteuertes Taxi nehmen. Endlich, so gegen 14:30 Uhr stehen wir vor den Toren vom Legoland. Wir hatten uns schon vorab ein Package gekauft mit einer Übernachtung in einem nahen Hotel und zwei Tageseintritten. Gleich beim Eingang gibt es Schließfächer, wo man sein Gepäck lagern kann. Da wir aber für die eine Nacht nur einen Rucksack dabeihatten, haben wir dieses Angebot nicht genutzt. Mein Enkel war völlig hin und weg und wusste gar nicht, wo er sich hinwenden soll. Ich war erst mal überwältigt von den vielen Menschen, der Lautstärke und den unterschiedlichen Essensgerüchen und das bei über 30 Grad.

Mit einem Lageplan ausgestattet hat er sich dann ausgesucht, wo er zuerst hinwill. Es gibt verschiedene Themenbereiche wie Land der Pharaonen, Land der Piraten, Little Asia usw. Jeder Themenbereich bietet eine Attraktion wie z.B. das Tret-o-mobil im Bereich Imagination, das ist ein Fahrzeug auf Schienen, das in luftiger Höhe eine Runde dreht und man den Park von oben sehen kann, oder Käpt´n Nicks Piratenschlacht im Piratenland. Mein eindeutiger Favorit und Highlight, weil man komplett nassgespritzt wird, aber auch andere Personen nasspritzen kann. Da wurde ich wieder zu einem richtigen Kind, das Freude daran hat, anderen einen Streich zu spielen. Sehr erholsam und empfehlenswert. Und es gibt in jedem Themenbereich ein Restaurant oder zumindest eine Fast-Food-Bude. Es gibt auch eine Legofabrik, in der man in einem Film erfährt, wie Legosteine hergestellt werden und darf dann durch die „Fabrik“ schlendern und bei den verschiedenen Prozessen zusehen. Wirklich schön gemacht die ganze Anlage, aber der große Nachteil hier mitten im Sommer – vor jeder Attraktion gibt es eine lange Warteschlange. Die Wartezeit beträgt zwischen 20 und 60 Minuten. Das ist schon eine ziemliche Herausforderung für alle. Und auch ein bisschen eine Zumutung für die Kinder finde ich. Da steht man in der glühenden Hitze und es geht nur langsam vorwärts. Das ist schon für uns Erwachsene eine Geduldsprobe. Ich habe die Kinder beobachtet und alle waren ungeduldig, haben gedrängelt und wollten sich bewegen, haben auf den Leitgeländern herumgeturnt, was wiederum manche Erwachsene genervt hat. Ich habe meinem Enkelsohn jedes Mal gesagt, wie lange wir ungefähr anstehen müssen – das steht bei vielen der Attraktionen angeschrieben – und er konnte sich dann entscheiden, ob ihm der Ride die Wartezeit wert ist. Oft hat er gesagt, nein danke, dann will ich das nicht machen. So haben wir uns nicht gestresst, wollten auch nicht unbedingt in jeden Themenbereich. Ich habe das ganz ihm überlassen. Ich war sehr froh, nur mit einem Kind da zu sein, da kann man sich ganz auf die Bedürfnisse des einen Kindes einlassen.

Irgendwann haben wir eine Pizza gegessen, die Preise sind voll ok und geschmeckt hat es auch. Nach nur drei Stunden hat Jonatan gemeint, Oma, können wir bitte ins Hotel gehen, ich habe genug. Mir wars recht, und so sind wir in unser etwa 1,8 km entferntes Hotel spaziert. Das war, obwohl an einer Schnellstraße entlang und über eine Autobahnbrücke drüber, ein ruhiger und entspannender Weg im Vergleich zu dem Getöse im Legoland.

Das Hotel war ein richtiges Familienhotel. Beim Frühstück am nächsten Morgen war es ziemlich turbulent. Und mit nur einer Kaffeemaschine, die auch Kakao macht, wars ein wenig eine Herausforderung. Auch hier war Anstehen angesagt und sich in Geduld üben. Ein großes Plus war der große Legospielbereich. Jonatan war die meiste Zeit mit anderen Kindern beschäftigt und ich konnte so in Ruhe und stressfrei frühstücken.

Wir sind dann wieder zum Legoland spaziert und als wir in die Nähe kamen, war ich erstmal überwältigt von den Menschenmassen, die vor den Drehkreuzen anstanden. Puh, nochmal ins Gewusel eintauchen und ein paar Stunden durchhalten dachte ich mir. Aber da Jonatan so entspannt war und nicht unbedingt auf jeden Ride wollte, war es auch für mich sehr gechillt. Wir sind dann auch sehr lange im (klimatisierten) Shop gewesen und haben uns das Angebot angesehen. Aber natürlich sind wir auch wieder angestanden. An einer Station konnten Kinder Autos bauen und dann auf einer Bahn ausprobieren. Hier war meine Geduld nochmals gefordert, weil sich sehr viele Erwachsene mit den Kindern gedrängt haben und andere Kinder auch beiseite geschubst haben. Ich saß am Rand und habe Jonatan einfach machen lassen und er war sehr zufrieden.

Nach einem kleinen Mittagessen sind wir noch ein wenig herumgelaufen, aber schon sehr bald hat Jonatan gemeint, dass er genug habe und er gehen wolle. Wir hatten noch Zeit bis zum Zug, aber ja, ich hatte eigentlich auch genug und so haben wir noch ein Eis gegessen, uns ein ruhiges Plätzchen gesucht und sind dann gemächlich zum Shuttlebus aufgebrochen.

Die Heimfahrt mit der Westbahn hat wunderbar geklappt. Allerdings ist es ziemlich spät geworden, da wir bei München einen längeren Aufenthalt hatten. Aber im Zug war es angenehm kühl und wir haben uns jede Menge Snacks mit meinen Westbahnpunkten aus der – wie Jonatan sie genannt hat – Vending machine – geholt. Er war sehr fasziniert. Wir werden uns sicher noch lange an die beiden schönen Tage im Legoland erinnern. Auch wenns heiß und manchmal stressig war. Und hier noch ein paar Eindrücke:

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