Diesen Sommer nehmen Vladimir, die Kinder und ich an einer Sommerfreizeit für Familien teil. Ich war anfangs etwas verunsichert, ob ich im Urlaub wirklich Lust auf so eine Freizeit mit vielen Leuten habe, aber da wir die meisten der Leute kennen und dachten, dass es den Kindern Spaß machen würde, haben wir uns dennoch angemeldet. Das war vor einigen Monaten, aber nun bricht die Woche an, da die Freizeit stattfindet. Und ich habe gar keine Lust, schon wieder die Koffer zu packen. Im letzten Monat war ich kaum eine Woche am Stück zu Hause, sondern immer nur unterwegs und habe ständig aus dem Koffer gelebt. Ich will jetzt nicht schon wieder packen, für Snacks sorgen und die Route zu unserem Ziel planen. Das ist mir zu viel.
Wir machen uns dennoch am Mittwoch auf den Weg nach Altenmarkt im Pongau. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Urlaub in Salzburg gemacht habe, meistens eher in Oberösterreich oder der Steiermark.
Ich bin gehe eigentlich ohne Erwartungen in diese Freizeit, aber ich habe eine ungefähre Vorstellung, wie es dort sein wird. Meine Kinder lieben es hier, weil es hier so viele Kinder gibt, mit denen sie sich gut verstehen, also ziehen sie die meiste Zeit zusammen herum und ich muss sie oft im Haus oder am Spielplatz suchen. Sie brauchen mich eigentlich nicht mehr und ich kann im Grunde mein eigenes Ding machen. Für uns Erwachsene, aber auch für die Kinder, wird einiges an Programm angeboten. Am ersten vollen Tag haben wir ziemlich viel Input und obwohl ich alle Programmpunkte und die Diskussionen interessant finde, raucht mir doch am Abend der Kopf.






Tag zwei ist dafür ganz anders. Hier werden uns drei Wanderungen zur Auswahl angeboten: eine leichte, eine mittlere und eine schwere. Wobei die für uns „schwere“ Wanderung für geübte Wanderer sicherlich auch keine schwere Wanderung ist. Bei der leichten kann man im Ort bleiben und zwischen kleiner und großer Runde entscheiden. Die erste Wanderung ist vor allem für Familien mit kleinen Kindern gedacht.
Bei der mittleren kann man ein Stückchen weiter mit dem Sessellift auf den Gamskogel fahren und sich dann oben am Berg zwischen leichteren und schwierigeren Wanderrouten entscheiden.
Bei der „schweren“ Wanderung, an der wir mit unseren Kindern teilnehmen, geht es auf den Lakenkogel. Ich habe davor ziemlich Bammel, da ich nicht weiß, wie meine Kinder auf die Wanderung reagieren werden. Wir machen zwar viel Bewegung, gehen viel spazieren, aber Berge gibt es bei uns zu Hause keine. Wie werden meine Kinder Wohl auf eine richtige Wanderung auf einen richtigen Berg reagieren?
Mit dem Auto fahren wir die Serpentinen entlang den Berg hinauf und lassen es dann am Parkplatz des Berggasthofes Sattelbauer stehen. Von hier geht es nun zu Fuß weiter den Berg hinauf. Ich glaube, dass meine 11-jährige das mit Links schafft, da sie sich gerne und viel bewegt und gerne spazieren geht. Außerdem hat sie ihre beste Freundin dabei. Die können sich doch gegenseitig motivieren. Ich mache mir eher Sorgen um den 8-jährigen, der zwar super sportlich ist, aber schon bei kurzen Spaziergängen jammert.
Natürlich kommt alles ganz anders. Mein Sohn sprintet die meiste Zeit mit einem anderen Burschen voraus, während meine Tochter und ihre Freundin sich gegenseitig demotivieren und dann die Schlusslichter bilden. Meine Tochter kann sich ab Mitte der Wanderung, dann doch motivieren und will es unbedingt nach oben schaffen. Ihre Freundin braucht aber noch etwas mehr Zeit um ihr Schicksal zu akzeptieren.
Ich finde die Wanderung unglaublich schön und genieße es sehr, das „Anstrengungs-Glück“ zu fühlen, als ich endlich oben stehe. Als Kind dachte ich immer, der Aufstieg wäre der schwierige Teil der Wanderung, aber als Erwachsene weiß ich, der Abstieg ist die eigentliche Challenge. Nach der Wanderung geht es für die unermüdlichen Kinder sofort wieder in den Pool.









Am letzten vollen Tag haben Erwachsene und Kinder gemeinsame Workshops, bei denen sich kleinere gemischte Gruppen bilden und wir ganz frei etwas vorbereiten können. Es gibt zwar ein Thema für den Einstieg, aber man muss nicht zwingent zu diesem Thema etwas vorbereiten. Manche bereiten ein Musikstück vor, andere eine von Musik und Tönen hinterlegte Geschichte, wieder andere ein Quiz und wieder andere ein Theaterstück. Es entsteht also eine Vielfalt an Beiträgen.
Mein Fazit dieser Freizeit ist, dass ich und meine Familie es sehr genossen haben und hier alle auf ihr Kosten gekommen sind. Anfangs war ich sehr unsicher, ob es mir nicht zu viel ist, in einer Gruppe mit so vielen Leuten unterwegs zu sein und bei Zeiten fand ich es auch etwas laut und überwältigend. Aber trotz des vielfältigen Programms, das hier geboten wird, ist niemand gezwungen daran teilzunehnehmen. Man kann auch dabei sein und sein ganz eigenes Ding machen, nichts ist verpflichtend. Meine Kinder sprechen schon davon, wann die nächste Freizeit stattfindet. Wir kommen auf jeden Fall wieder.
